Sonstiges

Frage 1:
Wir haben keinen Bach in der Nähe unseres Grundstücks, um das gereinigte Abwasser unserer Kleinkläranlage einzuleiten. Wir müssen also versickern. Mit welcher Methode und wie berechnen Sie dann die erforderliche Versickerungsfläche oder die Stranglänge der Dränagen? zur Antwort

Frage 2:
Auf unsere Anfrage hinsichtlich der Möglichkeiten einer naturnahen Behandlung unseres Industriewassers haben Sie uns eine Durchführbarkeitsstudie angeboten. Ich finde das gehört zur kostenlosen Akquisition eines Projektes. zur Antwort


Frage 3:
Im Hochsommer läuft aus unserer Schilfkläranlage (Zweifamilienhaus), die Sie vor 18 Jahren bei uns im Bergischen Land (NRW) gebaut haben, kein gereinigtes Abwasser ab. Die Wartungsfirma erzwingt dann einen Ablauf, indem sie den Schwanenhals soweit absenkt, bis Restwasser aus tieferen Bodenfilterschichten abläuft. Ist das aus Ihrer Sicht okay? zur Antwort

Frage 4:
Die Antwort Ihrer FAQ's sind zum Teil extrem ausführlich. Glauben Sie im Ernst, dass Besucher Ihrer Website das alles lesen? zur Antwort

Frage 5:
Sie betonen Ihre Unabhängigkeit gegenüber gewerblichen Interessen, Ihre Verpflichtung treuhänderisch allein für die Ziele Ihrer Auftraggeber tätig zu sein und verweisen in diesem Zusammenhang auf Ihren Status als "Beratender Ingenieur". Ich verstehe nicht wirklich, was Sie von anderen Firmen unterscheidet. zur Antwort

Frage 6:
Wie effektiv sind Teiche, die mit bepflanzten Schwimminseln bedeckt sind, hinsichtlich der Reinigungsleistung? zur Antwort

Frage 7:
Welche Bedeutung hat Sphaerotilus natans? Was ist das überhaupt? zur Antwort

Frage 8:
Die von Ihnen zur Abwasserreinigung eingesetzten bepflanzten Teichinseln sollen auch dem Artenschutz z.B. bei Wasservögeln dienen. Können Sie das näher konkretisieren? zur Antwort
 
Frage 9:
Was ist integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM)? zur Antwort

Frage 10:
Was sind die Eckpunkte des Schwimmteichkonzepts? zur Antwort

Frage 11:

Was ist eigentlich ein Wasserbonsai? zum Interview mit dem Erfinder des Wasserbonsais

 


 

Antwort zu Frage 1

Wir haben keinen Bach in der Nähe unseres Grundstücks, um das gereinigte Abwasser unserer Kleinkläranlage einzuleiten. Wir müssen also versickern. Mit welcher Methode und wie berechnen Sie dann die erforderliche Versickerungsfläche oder die Stranglänge der Dränagen?

Wir haben uns vor circa 20 Jahren einen CCH-Permeameter selbst gebaut und damit durchweg gute Erfahrungen gemacht (In-situ Messungen). Wir konnten - auch im späteren praktischen Betrieb - nachweisen, dass die geologischen Gutachten zu völlig überzogenen (und damit teuren) Stranglängen der Versickerungsleistungen führen und unsere CCH-Permeameter basierten Dimensionierungen wesentlich kleiner und preisgünstiger realisierbar waren (z.B. an etlichen Standorten in der Eifel). Wir verweisen hierzu auch auf unsere Publikation zur Versickerung von mechanisch-biologisch gereinigten Abwässern.

 


 

Antwort zu Frage 2

Auf unsere Anfrage hinsichtlich der Möglichkeiten einer naturnahen Behandlung unseres Industriewassers haben Sie uns eine Durchführbarkeitsstudie angeboten. Ich finde das gehört zur kostenlosen Akquisition eines Projektes.

Diese Auffassung teile ich ausdrücklich nicht. Hier habe ich das ausführlich begründet.

 


 

Antwort zu Frage 3

Im Hochsommer läuft aus unserer Schilfkläranlage (Zweifamilienhaus), die Sie vor 18 Jahren bei uns im Bergischen Land (NRW) gebaut haben, kein gereinigtes Abwasser ab. Die Wartungsfirma erzwingt dann einen Ablauf, indem sie den Schwanenhals soweit absenkt, bis Restwasser aus tieferen Bodenfilterschichten abläuft. Ist das aus Ihrer Sicht okay?

Nein, dass ist nicht in Ordnung. Eine im Standardbetrieb nicht vorhandene Emission wird durch Manipulation des höhenvariablen Ablaufrohres im Ablaufschacht erst erzeugt. Solch ein betriebstechnischer Eingriff steht nur dem Betreiber zu.

Es ist ein Spezifikum der Pflanzenkläranlagen, dass durch hohe Evapotranspiration der Schilfpflanzen im Sommer die zulaufende Abwassermenge in starkem Maße vermindert wird. Tagesverdunstungsleistungen von 4-30 mm (=l/m²*d) sind also keine Seltenheit. Das bedeutet einerseits eine Erhöhung des Wirkungsgrades der Kläranlage (die biochemischen Umsatzleistungen der Mikroorganismen steigen bei höheren Substratkonzentrationen organischer Verbindungen), andererseits wird die reduzierte Wassermenge jedoch entsprechend aufkonzentriert, so dass der Grenzwert, der ja rein konzentrationsbezogen festgelegt wird, überschritten werden kann. Richtiger, auch im Sinne des Umweltschutzes, wäre ein Grenzwertbescheid über den Schmutzfrachtabbau. Es sind für schilfbepflanzte Bodenfilter ohne Fremdwassereinfluss im Sommer häufig abflusslose Zustände festzustellen, weil sämtliches zufließendes Abwasser verdunstet (Evapotranspiration), was einer Abwasserreinigung von 100% entspricht. Verlassen nun beispielsweise wenige Liter Abwasser unter sommerlichen Bedingungen die Schilfanlage, so kann es durch Aufkonzentrierung zu einer Überschreitung der für den Langzeitbetrieb festgelegten Grenzwerte kommen, obwohl die Restschmutzfrachtemission insgesamt (Konzentration x Menge) minimal oder gleich 0 ist.

Da in einer konventionell-technischen Kläranlage Zu- und Ablaufmengen nahezu gleich sind (dort gibt es ja keine Pflanzen, die das Wasser verdunsten), können manche Wartungsfirmen und Wasserbehörden mit dieser Besonderheit von Pflanzenkläranlagen schlecht umgehen, obwohl abflusslose Zustände die beste denkbare Situation bezogen auf die zu schützende Umwelt darstellen. Als Betreiber sind Sie jedenfalls in einer optimalen Lage, da alle Wassergesetze des Bundes und der Länder erst greifen, wenn gereinigtes Abwasser (mit einer unvermeidbaren Restbelastung in Bäche, Flüsse oder via Versickerung ins Grundwasser) in angrenzende Umweltkompartimente eingeleitet wird; also ohne Emission keine Immission und auch keine Sanktion. Wenn es nur heraustropft weil das Meiste verdunstet, besteht die oben geschilderte Paradoxie, dass zwar die Restschmutzfracht minimal ist, aber der konzentrationsbezogene wasserrechtliche Bescheidwert überschritten werden kann. In praxi ist das (Aufkonzentrierung) jedoch eine vernachlässigbare Gefahr, da auch in diesen Betriebssituationen nach unserer jahrzehntelangen Erfahrung die behördlich festgesetzten Grenzwerte in der Regel von Schilfkläranlagen weit unterschritten werden.
 


 

Antwort zu Frage 4

Die Antwort Ihrer FAQ's sind zum Teil extrem ausführlich. Glauben Sie im Ernst, dass Besucher Ihrer Website alles lesen?

Nein, so naiv bin ich nicht. Ich lehne allerdings Internetseiten ab, die nur aus Allgemeinplätzen bestehen und darauf hinweisen, dass man das beste und billigste Angebot in einem speziellen Segment habe. Wir fokussieren auf den wissenschaftlichen Nachwuchs, also auf Praktikanten, Diplomanden,  Doktoranden, Ingenieurkollegen und fachlich interessierte Kunden, die mehr als oberflächliche Verfahrens- oder Produktwerbung erwarten. Diese wollen wir mit inhaltlicher Dichte überzeugen und für den Umweltschutz motivieren bzw. schon vorhandene Überzeugungen bestärken.
 

 


 

ANtwort zu Frage 5

Sie betonen Ihre Unabhängigkeit gegenüber gewerblichen Interessen, Ihre Verpflichtung treuhänderisch allein für die Ziele Ihrer Auftraggeber tätig zu sein und verweisen in diesem Zusammenhang auf Ihren Status als "Beratender Ingenieur". Ich verstehe nicht wirklich, was Sie von anderen Firmen unterscheidet.

Architekten und Ingenieure gehören wie Ärzte, Rechtsanwälte, Künstler, Steuer- berater etc. zu den sogenannten „Freien Berufen“, die wie folgt definiert werden können:

Angehörige „Freier Berufe“ erbringen auf Grund besonderer beruflicher Qualifi- kationen persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen im Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit. Ihre Berufs- ausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe der staatlichen Gesetzgebung oder des von der jeweiligen Berufsver- tretung autonom gesetzten Rechts, welches die Professionalität, Qualität und das zum Auftraggeber bestehende Vertrauensverhältnis gewährleistet und fort- entwickelt.

 


 

Antwort zu Frage 6

Wie effektiv sind Teiche, die mit bepflanzten Schwimminseln bedeckt sind, hinsichtlich der Reingungsleistung?
 

Hierzu gibt es nur wenige wissenschaftlich  fundierte Untersuchungen. Bei der großvolumigen Versuchsanlage Hobrechtsfelde (nahe Berlin) wurden sechs verschiedene "technische Feuchtgebiete" mit gleicher Größe und mit gleichen Wassermengen (90 - 150mm/m² x d) zur Nachreinigung des Ablaufs einer großen kommunalen Kläranlage getestet, d.h. mit bereits sehr geringen Restverschmutzungen. Dabei handelt es sich um drei überstaute sandige bewachsene Bodenfilter mit verschiedenen Anteilen an Lehm und Stroh und drei Abwasserteiche in verschiedene Tiefen zoniert oder mit Teichinseln bedeckt oder unbepflanzt.Bei den geringen Zulaufkonzentrationen ergaben sich kaum relevante Unterschiede der Anlagentypen. Auffallend war die gute Denitrifikation ( ges. um 50 - 70%) und die Verringerung der Keimbelastung (1,8 - 2,3 Zehnerpotenzen für E. coli), so dass sowohl EU - Badegewässerqualität , als auch die Kriterien für die Bewässerung von Grünland und Sportplätzen (Din 19650) erreicht wurden.
Der mit bepflanzten Schwimmmatten besetzte Teich war gegenüber den fünf anderen Behandlungsvarianten vor allem bei der Nitrit - und Nitratreduktion wirkungsüberlegen.
Weiterführender Literaturhinweise:
Dipl.-Arbeit Sabine Rühmland (2007) und weitere Veröffentlichungen, z.B. 2014 auf dem Workshop in Potsdam.

(Teichinseln, Rhizotech)
(Teichinseln, Ingeneurbüro Blumberg)

 


 

Antwort zu Frage 7

Welche Bedeutung hat Sphaerotilus natans? Was ist das überhaupt?
Sphaerotilus natans ist ein Bakterium, das gegenwärtig die einzige Art der Gattung Sphaerotilus darstellt. Es sind stäbchenförmige Bakterien, die als Besonderheit dünnwandige Röhren bilden, in denen sie sich hintereinander angeordnet befinden. Diese Röhren, auch als Scheiden (ähnlich Hüllen für Blankwaffen) bezeichnet, bestehen aus Biopolymeren, die verflochtene Fibrillen (kleine Fasern) bilden und außen glatt sind.
Die Umhüllung der Bakterienzellen durch Scheiden hat den Vorteil, dass auf diese Weise Filamente (großräumige fadenförmige Struktur) gebildet werden, ohne dass dafür eine Zellverlängerung oder die Bildung mehrzelliger Zellfäden erforderlich ist. Filamente bewirken eine lockere, oberflächenreiche Aggregation, die den Stoffaustausch mit dem umgebenden Medium begünstigt. Gleichzeitig werden die Bakterien durch die Scheiden vor bakterienfressenden Lebewesen (besonders Protozoen) und vor Bakteriophagen geschützt.
Weil Massen dieser Bakterien durch ihre Anordnung in langen Röhren makroskopisch wie ein Pilzmycel aussehen und meist in Verbindung mit  Abwasser vorkommen, wird diese Bakterienart auch Abwasserpilz genannt.
Abwasserpilze kommen in langsam fließenden Gewässern, Gräben und Teichen vor, wo nährstoffreiches, ungereinigtes oder schlecht gereinigtes Abwasser in ein Gewässer gelangt. Auch die Einleitung von Gärsäften aus Futtersilos oder vergleichbar belasteten Hofabflüssen (Jauche, Gülle etc.) kann zu einer „Verpilzung“ der Bachsohle führen. Abwasserleitungen und Vorfluter können durch Sphaerotilus natans vollständig verstopft werden.
Beiliegende Aufnahme haben wir an einem Bach getätigt, der durch die Einleitung von Oberflächenwasser einer Biogasanlage massiv beeinträchtigt wurde. Unser technologischer Ansatz zur Behandlung solcher mehr oder wenig stark kontaminierten Hofabflüsse ist unter Oberflächenabwasserbehandlung beschrieben.

 

 

 


 

Antwort zu Frage 8

Die von Ihnen zur Abwasserreinigung eingesetzten bepflanzten Teichinseln sollen auch dem Artenschutz z.B. bei Wasservögeln dienen. Können Sie das näher konkretisieren?

Es ist naheliegend, dass sich Wasservögel auf Inseln besonders wohl  fühlen, da sie dort vor  Beutegreifern wie beispielsweise dem Fuchs geschützt sind.  Daraus ergeben sich diverse Effekte:

  1. Sie brüten dort gerne, z.B. Blässhühner und Enten, was begrüßenswert ist.
  2. Sie sitzen dort nur rum, putzen ihr Gefieder und pennen mehr oder weniger lange. Aus menschlicher Sicht ist dieses kontemplative Verhalten nachvollziehbar, Ausdruck allgemeinen Wohlbefindens und nicht zu beanstanden.
  3.  Nach der Siesta bekommen sie Hunger und beweiden den Bewuchs der mit Sumpfpflanzen ausgestatteten Schwimminseln (floating islands). Das erzürnt uns, da sie im Laufe der Zeit, je nach Populationsdichte, den ganzen mühsam gärtnerisch vorkultivierten Sumpfpflanzenbestand ratzekahl fressen, jedenfalls bei größeren Teichen und Seen.

Unsere anthropomorphe Sicht einer intakten Naturidylle und unser ästhetischer Anspruch blühender Teichinsellandschaften wird durch diese abgefressenen schwimmenden Textilmatten beleidigt. Wir stellen allerdings empirisch und nicht ohne Erstaunen fest, dass die ihrer Vegetation verlustig gegangenen Schwimmmatten nach wie vor – aus der Sicht der Avifauna (also der Flatterviecher) – eine hohe Attraktivität für soziale Kontakte aller Art besitzen und massiv frequentiert werden – auch ohne eine nachfolgende anstrengungslose Verköstigung durch üppige vegane Sprossen.

4. Es gibt dann immer noch mindestens einen Zeitgenossen, der „Gewährleistung“ schreit und Schadensersatz durch Nachpflanzung fordert was unser menschliches Wohlbefinden als Installateur dieser künstlichen Habiate schmälert.

5. Wir suchen den Kompromiss: Teile der Teichinseln käfigen wir mit einem Geogitter ein, um die Pflanzen vor dem Fraßdruck des Wassergeflügels zu schützen, andere Teile lassen wir ungeschützt.

Wenn wir Schwimmhäute zwischen den Zehen hätten, würden wir einen scharfkantigen Fußbodenbelag auf unserer Wohlfühlinsel aus Strohhalmen auch wegfressen oder wegäsen, oder sollte ich sanfter „beweiden“ sagen.  Auf dem Altmühlsee in Bayern haben wir den Kompromiss aus tierischer und anthropogener Sicht der Dinge in ungeahnte Höhen getrieben: Schwimmpontons aus Kunststoff, auf denen man – als Mensch – problemlos laufen kann; man könnte auch ein Sonnenbad nehmen, nachdem man die Luxusyacht mit einem Palstek an den randständigen Ösen seemännisch korrekt vertäut hat, wenn dieser schwimmende „Inselsteg“ nicht total zugeschissen wäre – durch Gänse, Schwäne, Enten und Rallen, die das Terrain offenbar gleichfalls attraktiv finden.

Die randständig montierten Teichinseln bieten damit den ästhetischen Rahmen für die Versöhnung des Menschen mit der Natur – gedankensschwere Pause an dieser Stelle - . 

6. Nach diesen Präliminarien nunmehr die harten wissenschaftlichen Facts: Stichwort Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger), stark gefährdete Art bzw. in Deutschland vom Aussterben bedroht (nur noch ca. 750-800 Brutpaare); bevorzugte Brut auf schwimmenden Inseln der Krebsschere (Stratiotes aloides). Das Überleben wird aktuell überwiegend durch künstliche Nisthilfen (Brutflöße) der von uns propagierten bepflanzten textilen Pflanzenträgermatten gesichert. (50 x 55 cm, mit „Ei-Rollschutz“, damit die Eier bei Seegang nicht ins Wasser rollen). (Literaturnachweis: Vossmeyer et al. (2014): Artenschutz Trauerseeschwalbe: Einfluss von Prädation. Natur in NRW, Nr. 1/2014.  ; Vossmeyer, A. und van der Minden, J. (2017): 20 Jahre Schutz der Trauerseeschwalbe in NRW. Natur in NRW, Nr. 3/2017.)

 

 

Erfahren Sie mehr über Teichinseln und deren Einsatzmöglichkeiten unter: Teichinseln - Erfahrungen aus 20 Jahren Einsatz

 

 


 

Antwort zu Frage 9

Was ist integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM)?

IWRM ist ein Prozess, der die koordinierte Entwicklung und Bewirtschaftung von Wasser, Land und verwandten Ressourcen fördert, um die resultierende ökonomische und soziale Wohlfahrt in angemessener Weise zu maximieren ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden (Global Water Partnership 2000).

Weitere Informationen siehe unter folgendem Download.

 


 

Antwort zu Frage 10

Was sind die Eckpunkte des Schwimmteichkonzepts?

Das Konzept des "Schwimmteiches" basiert auf der Vorstellung, ein gartenästhetisches Element in Form eines reich gegliederten naturnahen Teiches mit menschlichen Nutzungsansprüchen (- swimming-pool -) harmonisch zu verbinden. Der künstlich etablierte Teich soll dementsprechend über einen reich strukturierten Ufersaum verschiedener Helophytenspezies verfügen, die einerseits attraktive Kontrastierungen im optischen Erscheinungsbild der Gesamtgartenanlage erzeugen und andererseits funktionelle Aufgaben innerhalb des Teichökosystems erfüllen (Gelegepflanzen, Aufwuchsfläche für sessile Mikroorganismen). Sie tragen damit wesentlich zur Selbstreinigung eines stehenden Gewässers bei (Siebwirkung, mikrobielle Besiedlung, Sauerstoffeintrag in die Rhizosphäre, Nährstoffaufnahme, Beitrag zur Erzeugung einer hohen Artendiversität der Mikroflora und -fauna) und verursachen andererseits negative Auswirkungen auf den Zustand des Ökosystems durch Biomassenproduktion (Schlammbildung bzw. Verladung) und nächtlichen Sauerstoffverbrauch durch Atmung.

Ein Schwimmteich soll ferner dazu nutzbar sein, dass Menschen darin baden oder schwimmen können, ohne den beträchtlichen technischen Unterhaltungsaufwand eines Schwimmbades vollziehen zu müssen. Das bedeutet vor allem, dass der Teich optisch klares Wasser aufweist und hygienisch unbedenklich ist. Dies kann nur erreicht werden, wenn auf den Eintrag von Nährstoffen (z.B. durch Fischfutter oder Mutterboden als Pflanzensubstrat) verzichtet wird, da hierdurch in Verbindung mit hoher Lichtintensität ein "Vergrünen" (z.B. durch Algen und Wasserlinsen) erzeugt würde.

Ziel eines "Schwimmteiches" ist es also einen oligotrophen Nährstoffstatus einzurichten, indem nur unvermeidliche Eutrophierungsfaktoren wirken, wie z.B. Stickstoffeinträge aus der Luft, Eintrag organischer Detritus z.B. in Form von Laub, jedoch sekundäre Nährstoffeinträge durch Fischfutter oder Abwässer jeglicher Art unterbunden werden, bei gleichzeitigem Erhalt eines hohen oxidativen Milieus durch natürliche oder anthropogene Sauerstoffanreicherung und Begrenzung des Lichteinfalls. Die Reinigung von unvermeidbaren Schmutzstoffeinträgen erfolgt durch eine Pflanzenkläranlage.

 


 

 

 

Antwort zu Frage 11

Was ist eigentlich ein Wasserbonsai?

Interview des Chefredakteurs von ‚Vanity News‘ (VN) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Ingenieurbüros Blumberg, Michael Blumberg (MB), am 26.10.2018 in einem Luxushotel in Settmarshausen, Gemeinde Rosdorf:

 

VN: Herr Blumberg, Sie glauben allen Ernstes, dass Sie posthum weltberühmt werden?

MB: Das steht außer Frage. Ich bin der Erfinder des Wasserbonsais! Auf ein Patent habe ich großzügigerweise verzichtet.

VN: Was ist denn ein Wasserbonsai?

MB: Das ist ein überflutungstoleranter Baum, der normalerweise in Auenlandschaften oder am Ufer von Gewässern wächst und den ich auf künstlichen Teichinseln in meiner Gärtnerei „Rhizotech“ (www.rhizotech.de) schwimmend kultiviere und im Höhenwachstum limitiere.

Schwarzerle (Alnus glutinosa) auf Rhizotech-Teichinseln mit gelber Wasserschwertlilie (Iris pseudacorus) und verschiedenen Seggenarten.

VN: Was sind denn künstliche Teichinseln?

MB: Das ist doch sattsam auf unserer Homepage beschrieben: Einsatzgebiete von Teichinseln

VN: Wie kam es zur Entdeckung/ Entwicklung dieser Weltneuheit?

MB: Durch ungewollten Samenanflug von Bäumen in der Nähe der Vorkulturbecken. Beim Versuch die Baumschößlinge von den Teichinseln zu entfernen wurde sofort klar, dass aufgrund des bereits massiv entwickelten Wurzelsystems dies ohne Zerstörung der Schwimmmatte nicht möglich sein würde.

VN: Warum haben Sie die jungen Bäume nicht einfach wachsen lassen?

MB: Irgendwann wäre die Teichinsel kopflastig geworden und durch Winddruck gekentert. Kopfüber, also unter Wasser, wäre der Baum jedoch nicht weitergewachsen. Auf dem Kunstmarkt hätte ich für diese Unterwasser-Skulptur zwar ebenfalls Höchstpreise erzielt, fand es aber zu unbequem für das Publikum, das ja hätte tauchen müssen, um einer Anschauung des Objekts teilhaftig zu werden. Wenn die nächste Documenta in Kassel ansteht, lasse ich mich möglicherweise noch umstimmen, aber nur wenn mir ein stillgelegtes öffentliches Freibad hierfür zur Verfügung gestellt wird.

VN: Verstehe ich das richtig, Ihr Wasserbonsai wächst quasi nur auf einer Art „schwimmendem Teppich“, ohne Boden und mit Wurzeln, die frei ins Wasser hängen? Also eine Hydro-Kultur?

MB: Korrekt, der „schwimmende Teppich“ besteht aus einem Spinnvlies mit PE-Schaumseilen für den Auftrieb. Unterhalb sieht es so aus:

 

VN: Und wieso (Wasser-) Bonsai?

MB: Ich schneide den jährlichen Zuwachs jeden Herbst zurück, der Stamm wird dicker und dicker, die Höhe bleibt – und das Ganze schwimmt auf dem Wasser.

VN: Nochmal die Frage, Sie glauben damit unsterblich zu werden?

MB: Als Person werde ich einen mehr oder weniger schnöden Abgang haben, der Wasserbonsai wird hingegen jährlich durch Rückschnitt verjüngt, was ich testamentarisch sichergestellt habe und wird mich um Jahrhunderte überleben. Selbst wenn ein Biber ihn völlig auffrisst oder die Wasserfläche für lange Zeit austrocknet und damit auch „der Baum auf dem Wasser“ abstirbt, die Idee wird bleiben und Nachahmer finden. Mein Weltruhm ist also gesichert.

VN: Kann man Ihren Wasserbonsai kaufen und was kostet er?

MB: Nein, meine Wasserbonsais sind unverkäuflich, es gibt überhaupt nur zwei weltweit. Es ist eine Illusion der „Geldsäcke“, sie könnten alles kaufen. Versuchen Sie doch einmal die Totenmaske des Pharaos Tutanchamun zu kaufen. Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass dies nicht möglich sein wird. Es geht in beiden Fällen um Unsterblichkeit, da spielt der schnöde Mammon keine Rolle.

VN: Danke für das Interview und wir wünschen Ihnen noch einen schönen Lebensabend.

MB: Danke meinerseits, kommen auch Sie gut in die Urne.