Oberflächenabwasserbehandlung

Reinigung durch Pflanzenkläranlagen

Oberflächenwasserreinigung durch Pflanzenkläranlagen

Problemstellung

Auf landwirtschaftlichen Betrieben, auf Biogasanlagen oder Bauschuttrecycling- Anlagen mit umfangreichen befestigten Flächen entstehen durch Niederschläge schadstoffbelastete Abwässer, die einer möglichst preisgünstigen (und naturnahen) Behandlung bzw. Reinigung bedürfen. Fahrsiloanlagen beispielsweise liefern nicht nur einen extrem hoch belasteten sauerstoffzehrenden Gärsaft, der aufgefangen und als Dünger landwirtschaftlich genutzt werden sollte, sondern auch einen Oberflächenabfluss mit zwar geringerem Schadstoffpotential, das gleichwohl wesentlich höher als häusliches Abwasser ist.

Dies entsteht durch Niederschlag auf nicht abgedichtete Silagen bzw. an deren offenen Anschnittflächen, in unabgedeckten Anlieferungsmieten von nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo), Recycling-Materialhalden und auf den Transportflächen solcher Stoffe durch „Bröckelverluste“, die durch Regenfälle mobilisiert und damit abflusswirksam werden. Die Kontamination von Gräben, Bächen oder des Grundwassers nach lokaler Infiltration ist vielerorts zu beobachten und bewirkt für den Anlagenbetreiber ein beträchtliches strafrechtliches Risiko (§ 324 StGB, Gewässerverschmutzung).

Unser Reinigungskonzept umfasst folgende Grundelemente, die wir zum Teil schon vor Jahren erstmalig in Projekten als zielführend darstellen konnten 
(siehe pdf’s am Ende dieses Einleitungstextes):

Aufbau der naturnahen Reinigungskaskade,  wie von uns entwickelt und erfolgreich realisiert.

Funktion: Feststoffe setzen sich als Bodenschlamm ab, Schwimmstoffe werden zurückgehalten, der Wurzelfilz unter den bepflanzten Schwimminseln intensiviert den mikrobiologischen Abbau der organischen Belastung (CSB, BSB-Reduktion) und verhindert Geruchsemissionen. Witterungsbedingte Zulaufschwankungen werden quantitativ und qualitativ gepuffert, Wirkungsgrad der Reinigung ca. 50 %.

** theoretische Option, bisher noch nicht für den Zweck realisiert, doch Erfahrungswerte aus kommunalem Abwasser vorhanden.


 

Oberflächenabwasserbehandlung in Hennersdorf

Oberflächenabwasserbehandlung für einen Milchviehbetrieb

Pilotanlage zur Behandlung hochbelasteter Oberflächenabflüsse der befestigten Flächen einer Biogasanlage und nachfolgende Reinigung in einer belüfteten Pflanzenkläranlage mit Nutzung des Ablaufs zur Melkstandsspülung im Milchviehbetrieb.

News zu unserer Pilotanlange


 

Wie erfolgt die Reinigung des zum Teil hochbelasteten Abwassers der befestigten (versiegelten) Flächen?

Antwort: In erster Linie durch Absetzungs-(Sedimentations-)Prozesse, vor allem jedoch durch Mikroorganismen (Bakterien, Aktinomyceten, Algen, Pilze).
Diese mikrobiologischen Reinigungsprozesse finden statt:

  1. Im Sedimentations- bzw. Retentionsteich im Freiwasserkörper,
  2. In der ersten Stufe der Pflanzenkläranlage (Vertikalbodenfilter) durch aerobe Mikroben,
  3. Falls erforderlich, in der zweiten Stufe der Pflanzenkläranlage (Horizontalbodenfilter) durch anaerobe Mikroben,
  4. Im aufnehmenden Fließgewässer (biologische Selbstreinigung) oder in der Versickerungsmulde (erneute Passage durch einen mikrobiell, physikalisch und chemisch wirksamen Oberboden).